Was so in keinem Schreibratgeber steht

Angeregt durch eine Kommentar-Diskussion mit Julia kam mir die Idee zu einem Projekt mit dem Arbeitstitel: „Was so in keinem Schreibratgeber steht“. Bei eben dieser Diskussion ging es um das Vertrauen auf die eigene Intuition und das bewusste Brechen diverser Schreibregeln. Tatsächlich habe ich zu diesem speziellen Thema einzig bei Richard Norden etwas gefunden: In seinem Beitrag Schreiben wie Dean Koontz befasst sich Norden mit intuitivem Schreiben – etwas, das so konkret in kaum einem Schreibratgeber angeführt wird. Norden meint:

Zunächst einmal ist es so, dass Autoren mit jahrzehntelanger Erfahrung wie Koontz, King, Child oder Martin die Struktur einer guten Geschichte bereits in Fleisch und Blut übergegangen ist. Genau wie wir uns beim Autofahren nicht mehr aufs Schalten konzentrieren müssen, schreiben diese Autoren gut strukturierte Romane, ohne dass ihnen dieser mittlerweile nur noch in ihrem Unterbewusstsein ablaufende Prozess überhaupt bewusst würde.

Eine faszinierende Idee: Wie ein Autofahrer nicht mehr übers Schalten der Gänge nachdenken muss, so schreiben Koontz, King und Konsorten strukturiert, ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein. Das würde heißen, dass allein das Trainieren unserer Schreibfähigkeiten zu einer Verbesserung führt. Und dazu, dass wir im Laufe der Zeit all das Plotten, Regeln befolgen und Charaktere entwickeln unserem Unnterbewussten überlassen können.

Sehr schön 🙂

Das ist aber nur ein Beispiel dafür, was mir vorschwebt: Ideen, Tipps, praktische Hinweise zum Schreiben, die dem mittlerweile doch arg generalisierten Vademecum zum „Schriftsteller werden“ wieder ein wenig mehr Pepp verleihen. Dazu könnte beispielsweise Sams auf dem Myers-Briggs-Test basierende Charakter-Typologie (auf der Grundlage von C. G. Jung) gehören, meine eigenen Versuche, das Schreiben lernen über youtube-Videos zu vermitteln oder die wunderbare Idee von Cristoph, nur mithilfe eines Fotos und kurzen textlichen Informationen einen inneren Film zu drehen.

Aus alldem könnte man wunderbar ein kleines Ebook machen – kost‘ ja heutzutage nichts (außer Zeit – seufz) – und einfach schauen, ob so etwas funktionieren kann.

Deshalb frank und frei meine Frage: Wer hätte Lust darauf, bei einem solchen Projekt mitzumachen, Ideen beizusteuern und/oder kurze Artikel zu schreiben?

Und: Was sind eure eigenen Erkenntnisse, so ihr sie mitteilen wollt, im Bereich „Was so in keinem Schreibratgeber steht“?

Ich bin gespannt!

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17 Gedanken zu “Was so in keinem Schreibratgeber steht

  1. Bin dabei!
    Ja, ich nenne es automatisches Schreiben, diese Art von Automatisierung kenne ich von mir selbst, bewusst erkannt und benannt habe ich sie seit ein paar Monaten. Beglückend kann das sein. Die Geschichte wird geboren, keimt und wächst, und während man sich ihr hingibt, geschieht neben dem Charakterausbau jenes Ding, was man Plotten nennt. Es funktioniert. Schön, dass es Autoren gibt, die es genauso sehen!
    Danke fürs Verlinken!
    Urlaubs und Motivationsgrüße, Julia

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    1. Schön, hatte gehofft, dass Du das sagst 🙂
      Automatisches Schreiben, ursprünglich Ecriture automatique, geht ursprünglich ja einen anderen Weg: den des völlig losgelassenen, auf jede Interpunktion und Grammatik verzichtenden Schreibens ohne jedes Innehalten, ohne jede Mikropause. Das unbewußte oder unterbewußte Schreiben, oder wie man’s auch nennen mag, wird, denke ich, schon mehr vom Kopf gesteuert.
      Mal schauen, wieviele sich hier melden und wie genau wir das machen. Aber wir machen’s!

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  2. Eine wirklich gute Idee!! Bei mir ist das, glaube ich, meistens schon so, dass ich Geschichten einfach runterschreibe und sie erstaunlicherweise Sinn ergeben, ich würde auch super gerne mitmachen, bräuchte aber vielleicht etwas Anregung…

    Gefällt 2 Personen

    1. Sehr, sehr schön, dass Du mitmachen möchtest! Ich werde erstmal abwarten, wer die Idee noch gut findet, und dann schauen wir mal weiter. Erster Schritt wäre wohl eine Art Brainstorming, was das Thema angeht, damit wir Stichpunkte, Ideen et cetera haben. Mal schauen.
      Liebe Grüße!

      Gefällt 1 Person

  3. Super Idee! Ich würde am liebsten sofort zusagen und mich auch verpflichten, aber ich muss echt erstmal sehen, wie ich mit dem Beginn des kommenden Unterrichtshalbjahres zeitlich zurechtkomme, bevor ich mich wieder in mein altes Problem verstricke, zu viele Projekte gleichzeitig am Laufen zu haben.

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    1. Don’t worry – ist jetzt ohnehin auch nicht für mich ein Oberste-Prioriät-Projekt. Aber schön fände ich es doch, wenn Du Deine Typologie und vor allem die fürs Schreiben wichtige Asprekte davon (Charaktererstellung etc) in einem kleinen Aufsatz beschreiben könntest. Irgendwann. Irgendwie 🙂
      Ganz liebe Grüße!

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  4. Na, Du bist doch auch sehr umtriebig, kreativ und vielschreibend. Vielleicht fällt Dir ja irgendwann etwas ein, was so noch in keinem Ratgeber stand. Das fängt bei den oben genannten Sachen an und hört bei Kleinigkeiten auf wie dem hier https://einbuchwiekingsturm.wordpress.com/2015/10/28/der-beste-rat-furs-schreiben-uberhaupt/ oder Überlegungen in diese Richtung: https://einbuchwiekingsturm.wordpress.com/2016/08/17/schreiben-lernen-ueber-andere-medien-computerspiele/
    Meine Idee ist, midestens 100 Seiten zusammenzukriegen mit eher kleinen, zwei- bis dreiseitigen Tipps und Anregungen. Dazu bräuchte es natürlich schon ein paar Leute, rund ein dutzend zumindest. Falls Du also mal eine Idee hast in die Richtung – Du bist so herzlich wie sinnstiftend dazu eingeladen 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Da freue ich mich sehr – meinen Dank! Wird eine Weile dauern, bis das realisiert wird, aber Du kannst Dir seeeeeehr gerne schon mal Gedanken machen 🙂 Ich stelle mir kurze Texte von zwei bis drei Seiten vor – die Einnahmen werden dann redlich geteilt 🙂

      Gefällt 1 Person

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