Wie Bücher nicht enden dürfen …

Da ich mich aktuell wieder über das Ende eines Romans geärgert habe, nutze ich diesen unerwünschten Input um meine Top-Ten-Liste der, formulieren wir es positiv, zu vermeidenden Enden einer Geschichte zu präsentieren. Natürlich ist auch ein großes Maß persönlicher Geschmack dabei, aber ich möchte defnitiv keinen Roman mehr lesen, der folgendermaßen schließt:

Platz 10: Alles nur ein Traum

Der übelste Schluss von allen: Der Protagonist wacht auf, und alles war nur Phantasie, Eschbach NobelpreisParallelwelt oder eben Traum. Zum Glück wird diese Variante nur noch seltenst gewählt. Auf die Spitze getrieben (und mich als Leser damals zutiefst geärgert) hat das der von mir sonst hoch verehrte Andreas Eschbach mit seinem Roman „Der Nobelpreis“ von 2005: Da streckt der Autor im letzten Drittel des Buches dem Leser die Zunge heraus und sagt: Ätsch, ist alles ganz anders, ist das nicht toll witzig und kreativ? Nein. Ist es nicht.

Platz 9: Deus-ex-machina

Wenn der Plot einer Story nicht gut ausgearbeitet wurde, greifen AutorInnen in ihrer Not auf dieses Uralt-Prinzip zurück: Irgendein nicht ausreichend vorbereitetes Ereignis tritt als „Gott-aus-der-Theatermaschine“ auf die Bühne und rettet die Helden. Auch das hat sich aber zum Glück herumgesprochen – die Deus-ex-machina-Lösung ist mir schon lange nicht mehr begegnet. Aus diesem Grund nur Platz 9.

Platz 8: Der Held wird gerettet vs. der Held rettet sich selbst

Eine Art Unterpunkt zu Platz 9: Wenn sich eine Hauptfigur schon in die Bredouille bringt, soll sie sich gefälligst auch selbst daraus befreien – und nicht von irgendeiner anderen Figur gerettet werden. Das ist so, als wenn in einem Krimi Kommissar Zufall den Fall löst – und der Ermittler nicht selbst den Mörder fasst.

Platz 7: Open End

In den 60er und 70er Jahren ein beliebtes Stilmittel, mittlerweile zum Glück (für mich Haushofer_Die Wandwenigstens) fast ausgestorben. Ein – durch die aktuelle Verfilmung wieder ins Gedächtnis gerufenes – gutes Beispiel ist etwa Marlen Haushofers „Die Wand“ von 1963. Aber auch heutzutage wird immer mal wieder ein offenes Ende geschrieben – etwa 2006 von Stephen King in seinem Buch „Puls“. Ich brauche keine Aufklärung bis ins letzte Detail, aber offene Enden lassen mich meist extrem unbefriedigt zurück.

Platz 6: Die 110%-Erklärung

Jeder kennt das: Am Ende eines Krimis ruft der Detektiv alle Verdächtigen zusammen und löst den Fall. Eine prinzipiell sehr schöne Endsituation, die allerdings manchmal übertrieben wird. Immer wieder einmal habe ich das Gefühl, vom Autoren „toterklärt“ zu werden. Ich möchte kein offenes Ende und auch keinen unlogischen Abschluss, aber ich brauche auch nicht jedes Fitzelchen erklärt zu bekommen. Das tötet diesen letzten Hauch Magie … Insgesamt aber ein Ende, mit dem ich leben kann – deshalb im Mittelfeld auf Platz 6.

Platz 5: Das abrupte Ende

Sozusagen das Gegenteil zu Platz 6: Immer wieder einmal gibt es Bücher, die auf den letzten Seiten zuviel an Action oder Informationen zu schnell zusammendrängen. So als hätte die Autorin, der Autor, keine Lust, keine Zeit oder keine Seiten mehr übrig. Was ein großartiger Showdown werden könnte, wird auf drei Seiten abgehandelt, was an Auflösung nötig ist, mit zwei Sätzen erklärt. Äußerst ärgerlich und ein verdienter fünfter Platz!

Platz 4: Wenn der Ich-Erzähler stirbt

Mit dieser Überschrift meine ich all das, was ein Ende an Unlogik hergeben kann – inklusive eines Ich-Erzählers, der zum Schluss der Geschichte stirbt (ich glaube, das letzte Mal las ich so etwas in einem Krimi von Petros Markaris). Gerade das Ende eines Romans sollte schon Sinn machen und nicht unnötig irritieren. Unlogische, unverständliche Enden gibt es leider immer wieder.

Platz 3: Kein, aber auch gar kein Hauch von Happy-End

Okay, das ist jetzt meine sehr persönliche Wertung: Ich bin eben ein Happy-End-Typ. Natürlich gibt es großartige Weltliteratur, die tödlich und dramatisch schließt. Und viele meiner Lieblingsfilme (etwa „Jenseits von Afrika“) enden traurig. Ich meine auch mehr diese komplett negativ gehaltenen Enden, in denen keinerlei Hauch von Versöhnung zu finden ist. Ein solcher Schluss lässt mich in Depression zurück – und das erlaube ich nur Kafka oder Poe.

Platz 2: Das Ende, das nicht hält, was der Anfang verspricht

Wir alle lesen mit zwei gegensätzlichen Impulsen: Einer großen Offenheit, mit der wir neugierig jedem neuen Buch begegnen, aber auch mit einer bestimmten Erwartungshaltung, die erfüllt werden möchte. Diese Erwartungshaltung entsteht (abgesehen natürlich von all dem, was über Cover, Klappentext und Autor vermittelt wird) erst, wenn ich anfange zu lesen. Ich lasse mich auf die Sprache, auf die Charaktere und die Welt des Buches ein – und möchte dann bitteschön, die hier eingeschlagenen Wege auch weitergehen. Ich brauche ein „passendes“ Ende. Fehlt ein solches, macht für mich der Schluss den gesamten Text zunichte. Mein zuletzt gelesenes Beispiel (und Preston_Child_DemonAuslöser für diesen Beitrag) in dieser Hinsicht: „Demon – Sumpf der Toten“ von Douglas Preston und Lee Child, der 15. Fall für Special Agent Pendergast. Die ersten zwei Drittel dieses Romans sind zwar schlecht geschrieben, aber als Krimi okay. Im letzten Drittel aber kippt die Story völlig unmotiviert und kaum vorbereitet in einen splashigen Horror-Quatsch. Dieses Ende war wirklich gruselig …

Platz 1: Die Hauptfigur schreibt am Ende ein Buch über das Erlebte

Zafon_Labyrinth der Lichter

Hier ist er also, mein erster Platz auf der Top-Ten schlechter Roman-Enden. Tatsächlich halte ich einen solchen Schluss nicht nur für banal, sondern auch für uninspiriert und einfallslos. Klischeehafter und abgehangener Standart eben, der übrigens auch zu gerne bei Filmen verwendet wird. Erstaunlicherweise ist dieser Schluss nach wie vor äußerst beliebt – und stört erheblich meinen Lesegenuss. Selbst großartige Autoren wie Ruiz Zafón oder Paul Auster schrecken nicht vor solch gähnenden Romanenden zurück. Bei Zafóns Auster_4321letztem Band zu seiner Bibliothek der verlorenen Bücher ist’s zum Glück nur ein unnötiger Epilog, Paul Austers eigentlich großartiges „4321“ verliert im Rückblick aber durch dieses Ende massiv.

So, das war meine persönliche Topten! Und jetzt bin ich sehr auf Eure Meinung gespannt! Gibt es für Euch ein schier unerträgliches Ende? Wie darf ein Roman Eurer Meinung nach nicht schließen? Welche Fehler darf  eine Schriftstellerin, ein Schriftsteller, sich am Schluss nicht leisten?

 

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38 Gedanken zu “Wie Bücher nicht enden dürfen …

  1. Extrem spannende Auflistung! Auch ich finde dort meine Enden mit Schrecken und Scheußlichkeiten wieder! Und was schön ist, manche Hit verdächtigen End-Krepierer sind mir so noch nicht bewusst gewesen, der Ärger schon. Platz 6 ist so ein Beispiel: Man hat noch einige Seiten vor sich, aber 90 Prozent sind Wiederholung, kennt man schon, interessiert jetzt nicht – und man muss weiterlesen, ob da noch ein neuer Hinweis kommt! Mit Scham muss ich gestehen, ein Ende in dieser Weise bei einer Kurzgeschichte verwendet zu haben … Ich war jung und brauchte – die Übung! 😉

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  2. Eine schöne Zusammenstellung, danke dafür 🙂

    Eine weitere Alternative würde mir noch einfallen, beliebt in Science-Fiction oder Fantasy:
    Alle oder fast alle Protagonisten sterben, weil die Welt sich in irgendeiner Form einem apokalyptischen Ereignis genähert hat. Schon viel zu oft gelesen, würde meine persönliche Top Ten anführen. Fällt wahrscheinlich unter die Kategorie „depressives Ende“.

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      1. Ich muss gestehen, dass ich so etwas schon lange nicht mehr gelesen habe. Aber ich kann mich an zwei Beispiele aus dem Kino erinnern, bei denen ich den persönlichen Impact trotz eines solchen Endes sehr groß fand. Das eine ist „Auf der Suche nach einem Freund für das Ende der Welt“ und das andere „Rogue One – A Star Wars Story“. Bei dem einen geht die ganze Erde hopps und es ist nicht mehr aufzuhalten und bei dem anderen wissen wir, als Kenner der ganzen Star-Wars-Story, dass keiner von Rogue One überleben wird. Dennoch fiebern wir mit den Personen mit und es berührt uns/mich auch, was mit ihnen passiert. Obwohl wir die ganze Zeit gewusst haben, dass es kein gutes Ende mit ihnen nehmen kann.

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      2. Von Deinen Beispielen kenne ich nur das „Ende der Welt“, das mir ausnehmend gut gefiel. Für mich aber die Ausnahme von der Regel – und von Anfang an auf dieses Ende angelegt. Vielleicht geht es gerade darum: Dass das Ende, wie’s nun immer auch ist, genügend und „passend“ vorbereitet wird 🙂
        Liebe Grüße!

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      3. Bei „Rogue One“ war es eine ziemlich spannende Erfahrung. Die Handlung spielt ja zwischen Episode III und IV und handelt von den Männern und Frauen, die die Pläne des Todessterns gestohlen haben. In Episode IV sagt Prinzessin Leia sinngemäß, dass viele tapfere Menschen sterben mussten, um diese Pläne der Rebellion zu verschaffen.

        Eigentlich steht damit das Schicksal der Protagonisten schon von Anfang an fest. Der Film schafft es aber, dass einem das irgendwie erst mittendrin so richtig klar wird und dann mit Wucht trifft. Und es ist auch für die Geschichte notwendig, weil ansonsten die komplette Mythologie in sich zusammenbrechen würde.

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  3. Ein sehr spannendes Thema mit Diskussionspotential, schön!

    Was mich bei Enden immer stört ist, wenn mit Mühe und Not noch der Hinweis oder Cliffhanger zu einer bereits angedachten Fortsetzung angetackert wird. Damit meine ich nicht, wenn erkennbar ist, dass eine Figur eine über den Roman hinausgehende Entwicklung nimmt, die auf Geschehnissen fußt, die im gerade gelesenen Roman passiert sind. Mich ärgern Romane, die einem quasi ins Gesicht schlagen, dass sie nur die halbe Geschichte erzählen. Das passt so ein wenig zu dem von dir gemachten Punkt mit den abrupten Enden. Meine „Lieblingsbeispiele“ sind immer „tot“ von Stephen King und „Verdammnis“ von Stieg Larsson, bei denen man sowohl als auch das Gefühl hat, dass der Autor einfach den Füller hat fallen lassen in dem Bewusstsein, dass der Nachfolgeband schon so gut wie verkauft ist. Schrecklich!

    Bei deinem Platz 10 sieht man mal, wie die Meinungen auseinander gehen können. Ich fand den Twist von „Der Nobelpreis“ damals genial. Ich mag es aber generell, wenn es ein wenig verschwurbelter zugeht und mit den Erwartungen des Lesers gespielt wird. Auch wenn das im Kino meist besser funktioniert als im Roman, das stimmt schon.

    Und bei Platz 7 kommt es darauf an, wie die Story insgesamt ist. „Puls“ ist da aus meiner Sicht ein schwieriges Beispiel, weil ich nicht wüsste, wie man die Geschichte einpacken soll. Bei apokalyptischen Szenarien ist das ja nicht immer so einfach. Das Friede-Freude-Eierkuchen-Ende von Stu und Fran bei „The Stand“ ging mir zum Beispiel immer schon etwas zu easy. Aber so sind die Geschmäcker verschieden 🙂 .

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    1. Ja, das ist wirklich spannend, fand ich doch das Ende von „The Stand“ (als alter Happy-Ender) schon sehr passend 🙂
      Beim „Nobelpreis“ bin ich aber wirklich erstaunt. Über Leseerwartungen hast Du ja grad selbst geschrieben, und ein Spielen damit gefällt auch mir sehr gut. Aber dieses Spiel muss für mich schon fair bleiben. Beim „Nobelpreis“ und beispielsweise oft bei Fitzek fehlt mir einfach dieses fair play. Das ist für mich dann kein Twist mehr, sondern eine letzlich völlig beliebige Wendung, die mit nichts vorbereitet wird.
      Und ja, diese aufgesetzten Cliffhanger sind ebenfalls dieser Topten würdig. Dabei finde ich’s bei Serien – oder den typischen Trilogien – nicht weiter schlimm (bei „tot“ oder „Verdammnis“ wusste ich halt, dass ich eigentlich einen Mehrbänder lese), aber bei Büchern, deren Fortsetzung noch gar nicht klar ist, so einen dämlichen Teaser anzuklatschen – ein wahres Nogo!
      Meinen herzlichen Dank für Deine Gedanken!

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      1. Bei „The Stand“ wurde mir alles im Endeffekt zu sehr auf den mythischen Kampf Gut gegen Böse zugespitzt und am Ende ausgeblendet, dass auch nach dem Ende von R.F. das Leben noch kein Zuckerschlecken sein dürfte. Dass sich dann zwei der wichtigsten Protagonisten einfach, ich sage mal, zur Ruhe setzen, war für mich ein wenig zu viel Zuckerhut.

        Ich müsste jetzt vielleicht den „Nobelpreis“ noch einmal mit heutigen, „wissenden“ Augen lesen, um genauer zu verstehen, wo du die Unfairness siehst. Ich kann mich nur erinnern, dass ich damals wie vor den Kopf geschlagen war, aber das Szenario sich als möglich und auch fair anfühlte. Bei Fitzek stört mich eher, dass sehr oft eine sehr einfache Lösung für das Vorherige gefunden wird, die das vorhandene Potential nicht ausnutzt. „Achtnacht“ war da gerade wieder so ein Kandidat.

        Du hast natürlich Recht damit, dass sowohl „tot“ als auch „Verdammnis“ Teil eines Mehrbänders sind. Aber beide Serien haben auch gezeigt, dass man dennoch ein rundes Romanerlebnis erschaffen kann.

        Ich denke da bei King insbesondere an „Drei“ oder „Wolfsmond“. Aber selbst „Susannah“ fühlt sich runder an, obwohl dieses Buch ja nun wirklich von vornherein ein „Zwischenband“ gewesen ist.

        Mal ganz davon abgesehen, dass die Situation, in der King seine Protagonisten und damit uns Leser in „tot“ für mehrere Jahre zurückgelassen hat, nun mit dem Wort Cliffhanger schon nur noch sehr rudimentär zu beschreiben ist. Meinst du nicht auch?

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      2. Aber hallo, und wie ich das meine 🙂 Die Turm-Saga war letztlich der Grund, warum ich schon lange Mehrbänder erst anfange, wenn das Ende erschrieben ist. Zumindest versuche ich das … 🙂
        Und Du hast natürlich recht – es gibt Unterschiede zwischen Cliffhanger und Cliffhanger. Manche Romanteile stehen tatsächlich besser für sich allein als andere. Das großartige „Der Name des Windes“ von Rothfuss hatte beispielsweise diese Qualität (auf dessen nächsten Band man auch schon wieder viele Jahre warten muss – da hat’s mit meinem Versuchen gar nicht geklappt). Auch Game of Thrones werde ich erst anlesen, wenn’s wirklich fertig ist.
        Und was den Zuckerhut angeht: Wie auch bei diandralinnemann gesagt, die ebenfalls zu große „Gefühlsduselei“ am Schluss nicht mag: Ein bisschen positives Pathos am Ende gefällt mir. Gerade nach so einer 1000-Seiten-Story wie „The Stand“. Aber vielleicht müsste auch ich das mal wieder lesen – mag sein, dass mir der zuckrige Guss heut doch auch zu süß ist …
        Liebe Grüße!

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  4. Dein Platz 9 wäre wohl meine Nummer 1. Das finde ich einfach ganz fürchterlich. Erstens weil man so um die Möglichkeiten betrogen wird, die einem die Story vorher als Enden angeboten und als Gedankengänge hervorgerufen hat und vor allem, weil es alle Beteiligten wie die letzten Deppen aussehen lässt, die nichts alleine gebacken kriegen (wie du ja auch bei Platz 8 ausführst).
    Ich bin aber auch generell innerhalb der Geschichte ziemlich stark gegen Zufälle (die ja eben nix anderes als kleine „deus-ex-machina“-Momente sind). Im kleinen Rahmen ist das natürlich okay und auch ich greife da hin und wieder drauf zurück, aber im besten Fall sollten sich Charaktere ja auf einer Spur bewegen, die sie „im Griff“ haben und bei der sie sich nicht dauernd auf ihr Glück verlassen müssen.

    Bei Platz 5 und 6 ist am besten natürlich der Mittelweg. Ich kann aber im Gegensatz zu dir dann doch besser damit leben, wenn das Ende eher abrupt daher kommt. Ich habe nämlich einfach ein Problem damit, wenn am Ende noch ewig rumschwadroniert wird. Ein wichtiger Punkt ist dabei auch, dass ich es ganz schlimm finde, wenn nach dem eigentlich Ende, also der Auflösung des Konflikts, noch etliche Seiten folgen, die mir erklären, wie es denn mit den Charakteren weiter ging. Da ist dann einfach die Luft raus und ich will mich etwas Neuem widmen. Zumal ich auch einfach gerne selbst nochmal ein bisschen in meinem Kopf weiter spinne, was denn nach der Geschichte passieren könnte. Wenn mir das alles vorgekaut wird, nervt mich das.

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    1. Ja, Deus-ex-Machina ist wahrlich fürchterlich 🙂 Und steht bei mir auch nur ganz unten, weil ein solcher Schluss zum Glück sehr selten geworden ist. Oder kennst Du aktuelle Bücher mit so einem Ende – dann müsste ich die Reihenfolge wohl noch ändern!! Mit den kleinen Zufällen geht es mir beim Schreiben wie Dir: Manchmal finde ich das einfach besser, als eine lange logische Kette zu bilden.
      Und auch bei Deinem „noch ewigem Rumschwadronieren am Ende“ kann ich nur heftig mit dem Kopf nicken. Da ist, genau wie Du sagst, die Luft raus …
      Herzlichen Dank und liebe Grüße!

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    1. Immer diese futternden Vergleiche 🙂 In diesem Falle ist’s aber seeeeehr interessant. Denn für mich ist der Schluss schon mehr als ein Dessert (selbiges würde für mich einem knackigen, perfekt abschließenden Epilog entsprechen). In dieser Metapher bleibend, ist für mich der Schluss eher wie der allerletzte Happen des Hauptgerichts, die letzte köstliche Gabel voll …
      Meinen herzlichen Dank und liebe Grüße!

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  5. Ein interessanter Post. Ich habe für mich mal die Hypothese aufgestellt, dass ich die meisten Filme besser fände, wenn ich 10 Minuten vor dem Schluss aus dem Kino ginge.

    Bei Büchern hadere ich seltener mit dem Ende, ich erkenne aber die meisten Deiner Kritikpunkte wieder, vermutlich würde ich die Rangfolge für mich ein wenig ändern, manches ist halt einfach Geschmackssache. Ein bisschen Widerspruch regt sich bei mir aber bei Platz 8: Es entspricht doch durchaus der Realität, dass Menschen sich selber in die Bredouille bringen und von anderen rausgehauen werden müssen. Es darf nur nicht zu extrem konstruiert sein, etwas dass der altgediente Komissar jede noch so kleine Vorsichtsmaßnahme, die er ergreifen könnte, um nicht gleich mit dem wahren aber bisher gar nicht aufgefallenen Mörder bei geöffneter Gaseinleitung im Keller eingesperrt zu sein, außer Acht lässt, und dass dann aber auch alle Zufälle magisch zu seinen Gunsten wirken, so dass der bisherige Hauptverdächtige gerade noch in der allerletzten Sekunde alles richtet.

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  6. Spannend, da ich wiederum bei Filmen großzügiger bin – wahrscheinlich schon deshalb, weil ich ja nur zwei Stunden mit einem verbringe, während ich länger mit einem Buch lebe.
    Volle Zustimmung dagegen bei Deinem Punkt „zu extrem konstruiert“. Ist zwar schwierig, beim Schreiben gut umzusetzen, beim Lesen dagegen bemerkt man so ein Überkonstrukt sofort (warum auch immer 🙂 ). Wobei das Argument „entspricht doch der Realität“ für mich in der Literatur nichts bedeutet. Wenn ich lese, möchte ich mit der langweiligen, dummen Realität eigentlich nicht so viel zu tun haben 🙂
    Herzlichen Dank für Deine Gedanken und liebe Grüße!

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  7. Hmm … unlogische Gefühlsduselei („Und sie lebten glücklich bis ans Ende aller Tage – im Moment fällt mir nur der Film „Taken“ dazu ein, wenn die da noch das Pony mit zum Flughafen gebracht hätten, hätte ich gekotzt). Die moralische Großkeule. Ansonsten bin ich für alles offen.

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    1. Vielen Dank für Deinen Kommentar – hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich mag nämlich (als Happy-Ender) ein bisschen Gefühlsduselei am Schluss. Wann ist die unlogisch? Wenn der harte Held am Ende Gefühle zeigt, die er eigentlich charaktermäßig gar nicht hat? Dann sicherlich. Sehr spannend, nochmals meinen herzlichen Dank!

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      1. Nein, eine positive Entwicklung ist nicht notwendigerweise schlecht. Aber wenn am Ende auf einen Schlag alle Probleme ausgeräumt sind, die nervige Erbtante stirbt und die Protagonisten über Nacht reich macht, damit sie das Häuschen kaufen wollen, von dem sie seit Jahren träumen, das plötzlich käuflich ist, während sie ihm freudestrahlend erzählt, dass sie völlig überraschend schwanger ist, während er nach seiner Beförderung dank liberaler Firmenpolitik plötzlich nur noch zwanzig Stunden im Home Office arbeiten muss (bei gleicher Bezahlung) – ein Job natürlich, in dem er sich kreativ verwirklicht und Mensch und Tier Gutes tut, während sie sich mit ihrer besten Freundin, die auf mysteriöse Weise aus dem Koma erwacht ist, nachdem der Autofahrer, der sie angefahren hat, durch seine Gewissensbisse zum Glauben gefunden hat, … – du verstehst, worauf ich hinaus will. ^^

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      2. Haha, daraus mache ich meine nächste Story – eine ganz herrliche Zeichnungn, meinen Dank!! 🙂
        Und ja – jetzt verstehe ich sehr wohl, worauf Du hinaus willst! Ganz herzliche Grüße!

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    1. Tut mir leid, sowas nervt tatsächlich immer. Ich wusste ehrlich gesagt nicht, wie ich das Spoilern hätte verhindern können – einzige Möglichkeit wär ja gewesen, das Buch wegzulassen aus der Liste. Weil’s aber grad aktuell ist, fand und finde ich es so schön passend. Also versuchte ich nur, das so vage wie möglich zu lassen, sodass Du nicht weißt, wer und was und warum schreibt – da geht Dir an Spannung nichts verloren 🙂 Nochmal sorry!

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  8. Diese Bücher, bei denen in ein paar Sätzen erklärt wird, was nicht geklärt wurde, gehen mir als Leser auf die Nerven. Das ist ein bisschen wie die 110 % Variante, nur wird die zumindest noch erzählt. Und die beliebte amerikanische Variante, den Schluss noch ordentlich mit Moral aufzuladen, damit wir nicht nur wissen, wie es ausgeht, sondern auch völlig klar ist, wie wir das verstehen sollen.

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    1. Ja, die „moralische Großkeule“, die schon „diandralinnemann“ so unangenehm fand. Allerdings habe ich zum Glück in letzter Zeit keinen Roman erwischt, der so endet und mich – wie Du so schön schreibst – als Leser unterschätzt. Fallen Dir vielleicht aktuelle Beispiele ein?
      Herzlichen Dank und liebe Grüße!

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  9. Vielen Dank für diese originelle Zusammenstellung möglicher Romanenden. Ich stimme im Wesentlichen damit überein. Für mich ist es insbesondere bei guten Romanen, bzw. solchen, die eine bleibende Wirkung hinterlassen, wichtig, dass die Geschichte weiterhin virulent bleibt und nicht so schnell vergessen wird. So fand ich bereits als Kind bei Märchen den Schlusssatz „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“ äußerst beruhigend. Der Satz mag tautologisch klingen, aber er schafft irgendwie einen Anschluss an das wirkliche Leben. Schönes Wochenende!

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    1. Ein schöner und wichtiger Gedanke: Der Schluss muss es schaffen, dass die Story „virulent“ bleibt. (bei dem Wort spricht der Naturwissenschaftler aus Dir 🙂 ). Er muss eine Tür in die Welt des Lesers hinein aufdrücken, sodass die transportieren Gedanken und Gefühlen noch wirken können.
      Meinen herzlichen Dank für diesen Input! Und auch Dir ein schönes Wochenende!

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  10. Auch ich kann eigentlich bei allen 10 zustimmen – die Reihenfolge variiert. Ich bin auch ein Happy Ender – ich kann auch mit einem schlüssigen traurigen Ende leben – aber eher ungerne. Und Jenseits von Afrika gehört auch zu meinen Lieblingen. *seufz*. Abrupte Enden hasse ich auch – da quält man sich durch ewig gezogene Beschreibungen um dann auf den letzten 50 Seiten durch gepeitsch zu werden. Das hasse ich aber auch bei Flmen – 120 Minuten Kaugummi und 15-30 Minuten Action.

    Gut zusammen getragen. Kopf nickend alles bejaht 🙂

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