Welcher AutorInnen-Typ bist Du? (abschließende Linksammlung)

Während ich mich mit der möglichen Einteilung in Autorentypen beschäftigte, stieß ich auf einige interessante Seiten im Netz, die ich Euch zum Abschluss dieser Reihe nicht vorenthalten will. Insgesamt erstaunte mich aber die geringe Trefferquote – Schubladendenken scheint nicht beliebt zu sein …

Fangen wir mit diesem herrlichen Artikel aus der ZEIT an: eine Typologie anhand von Autorenfotos. Mir gefallen bei dieser Aufteilung der „Seismograph“ (Sartre) und der „Stier“ (Glavinic) am besten. Die kurzen Charakteriserungen bedienen zwar alle Klischees, treffen aber doch den einen oder anderen Nerv.

Eine interessante AutorInnen-Einteilung fand auch Erik von Elfenbeinbungalow. Ich stimme zwar nicht allen seinen Kategorien zu, entdeckte mich aber doch in manchen wieder. Er beschreibt fünf Autorentypen: Stilisten, Erzähler, Ideenreiche, Beschreiber und Beobachter.

Sehr lesenswerte Betrachtungen finden sich (immer wieder) auch bei Marcus Johanus; hier stellt er etwa in gewohnt eloquenter Art sein inneres Schreibteam vor – auch eine Art Autoren-Typologie.

Serpil Maglicoglu teilt auf ihrer Seite Serpils Schreibhaus zwar nicht in Autoren ein, referiert aber anschaulich Hanspeter Ortners zehn Schreibstrategien: vom „nicht-zerlegenden Schreiben“ (dem kompromisslosen Drauflosschreiber) über „planendes Schreiben“ bis zum „Puzzle-Prinzip-Schreiben“ (in sehr kleinteiligen Szenen).

Solche Strategien greift auch Jutta Reichelt auf. Über sie und Susanne von Schreiben beflügelt bin ich auf folgendes nett gemachte Video aus dem Schreibzentrum der Universität Frankfurt gestoßen:

Hier geht es zwar hauptsächlich um wissenschaftliche Texte, doch die Autorentypen – Eichhörnchen, Abenteurer, Goldgräber und Zehnkämpfer – lassen sich ohne Probleme auch auf Belletristik übertragen.

Einen echten Psychotest zum Thema „Welcher Autorentyp bist du?“ hat schließlich Mikaela Sandberg von Textflash ersonnen und auf SP-Perlen zugänglich gemacht (laut dem ich übrigens zwischen „Homer“ und „Rosamunde“ schwanke).

Eine letzte hier und heute vorzustellende Typisierung entdeckte ich übrigens in einem ganz anderen Medium: Wer sich für Comics interessiert, stößt früher oder später auf Scott McCloud. Wie kaum ein anderer untersuchte er Wirkung und Theorie von Comics – natürlich in Comicform. Nach seinem Standartwerk „Understanding Comics“ von 1993 (auf deutsch ein Jahr später bei Carlsen als „Comics richtig lesen“ veröffentlicht) brachte McCloud unter anderem 2006 „Making Comics“ heraus (2007 bei Carlsen als „Comics machen“). Und hier findet sich auf den Seiten 230/231 der deutschten Ausgabe eben auch eine Autoren-Typologie:

Comics_machen

McCloud benennt vier Grundtypen: Den „Klassizisten“ (bei dem die Schönheit und Ästhetik im Vordergrund steht), den „Animisten“ (der seine Leser über Figur und Story berühren möchte), den „Formalisten“ (der das Medium ausschöpfen oder gar revolutionieren will) und schließlich den „Ikonoklasten“ (der Authentizität über alles stellt).

So, das waren sie, meine abschließenden Hinweise zum Thema AutorInnen-Typus. Jetzt mache ich diese Schubladen erstmal zu 🙂 .

 

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12 Gedanken zu “Welcher AutorInnen-Typ bist Du? (abschließende Linksammlung)

  1. Hab jetzt erstmal deinen Text gelesen, ohne den Links zu folgen, die mich alle locken.
    Das hole ich nach und gehe also in den nächsten Tagen auf die Suche danach, wer ich eigentlich bin. Ist immer wieder schön, Antworten auf Fragen zu bekommen, die man nicht gestellt hat 😎. Das hat schon zu den spannendsten Erkenntnissen geführt.
    Aber im Ernst: ich finde (mal wieder) sehr sympathisch, wie aufwändig und liebevoll du deine schreibende Kollegenschaft mit Informationen und Denkanstößen versorgst. Dank ist dir dafür und wird noch mehr.
    Das was Peggi als Idee gerade bei dir angeschubst hat, wäre tatsächlich auch lustig: eine kollektive Sammlung von Selbstdefinitionen zu formulieren unter deinen Verfolgern zum Beispiel (plus deren und deren etc.). Ernst oder auch weniger.
    Genieße den Rest des Wochenendes, es ist „eigentlich“ noch eine Stunde länger, als die Uhr zeigt – ich verabscheue diese Sommerzeit.

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    1. Liebe Ule,
      danke für die (Buchstaben-)-Blumen 🙂 Die Idee einer Selbstdefinitions-Kollekte gefällt mir immer besser, ich glaube, ich starte wirklich mal eine derartige Umfrage (müsste aber bis dahin wissen, wie ich mich denn selbst definieren würde (und das ist ja immer das Schwierigste)). Jedenfalls meinen Dank für die Anregung! Und zur Sommerzeit: Auch da stimme ich zu. Nicht, dass ich Umstellungsprobleme hätte, aber ich mag die Idee einfach nicht. Plötzlich eine andere Helligkeit am Abend, das fühlt sich zu sehr nach Rumpfuscherei an 🙂
      Ich wünsche Dir eine schöne Woche!

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  2. Moin, Simon!
    Was den Output angeht, würde ich dich als lyrischen Spannungsphantasten beschreiben, aber solche Selbstdefinitionen beziehen sich auf die Arbeitsweise, und da kennt nur jeder sich selbst.
    Auch dir Sonne und Arbeitsfreude für die neue Woche!
    Ule

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    1. Ein bisschen Gnoti-se-auton, glaube ich. Schreiben ist einerseits was zutiefst Intuitives, andererseits praktisches Handwerk. Und beim Lesen von Schreibratgebern kam ich darauf, dass einzelne Regeln für manche gut, für andere schlecht sind. Jeder schöpft aus dem Pool der Kreativität, aber offenbar nicht auf identische Weise. Von da war’s dann nur noch ein kleiner Schritt zur „Suche“ nach AutorInnen-Typen. Liebe Grüße!

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