Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne …

…, dichtete Hermann Hesse. Und ich denke, dass auch jedem Neu-Anfang ein Zauber innewohnt, jedem gegen alle Widerstände „erneuten Loslegen“.

Nach dem unendlichen Sommer 2018, nach dem ebenso weitschweifig warmen Herbst jenes Jahres, dem eher unerquicklichen Winter, dem ausgefallenen Frühling 2019 und schließlich nach diesem unserem schwülheißen Sommer ist es auch für mich an der Zeit, dem Zauber des Wiederanfangens zu lauschen – und meine unverschämt lange Blog-Pause zu beenden. „Show, don’t tell“, heißt es in der schreibenden Zunft. Im wirklichen Leben sagen wir’s genauso: „Mach endlich und quatsch nicht!“

Ich werde es langsam angehen und denke an ein bis zwei Beiträge im Monat. Als nächstes steht ein Artikel über Nebenfiguren in der Pipeline.

Worüber ich aber heute schreiben möchte, ist ein Moment, der für mich zu den schönsten im Leben eines Autors gehört: Jener Augenblick, wenn der neue Roman vollständig als loser Stapel Papier auf dem Schreibtisch liegt, oft in tiefster Nacht, die letzten Seiten noch druckerwarm, versehen mit Notizen, Korrekturen und Streichungen, geknickt, zerknittert und mit Kaffeeflecken – aber endlich beendet, endlich fertig, endlich ganz.

manu1Dieser Augenblick ist für mich ähnlich großartig wie das Tippen von „ENDE“ auf der letzten Seite oder wenn die Belegexemplare des neuen Romans per Post eintreffen. Dieser Augenblick, er transportiert das virtuelle Manuskript aus dem Computer in die reale Welt, macht es sicht- und berührbar. Das mag der jungen Generation von E-Book-Lesern vielleicht seltsam erscheinen, aber für mich ist es, ja, ein goldener Augenblick, ein Kuss des Lebens auf meine Nasenspitze.

In diesem Sinne grüße ich Euch alle da draußen in der Welt, da drinnen in Euren Köpfen und Herzen! Genießt ähnliche Momente, nehmt sie wahr und freut Euch an ihnen – so oft besuchen sie uns nicht …

Ihr und Euer

Simon Segur

 

25 Gedanken zu “Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne …

  1. Zunächst ein Pfeifton: „Pfüft!“ Und noch im gleichem Atemzug: „Schön!“ (Das Pfeifen war bei uns auf dem Schulhof damals mal eine Weile Mode, um kund zu tun, dass man etwas sagen wollte …)
    Glückwunsch 1! Du bist wieder da!
    Glückwunsch 2! Es gibt wohl bald wieder ein Buch von Dir!
    Ja, ich kenne solch schöne Momente im Autorenleben. Bei meinem Verlag ist das meine Unterschrift unter die Druckreifeerklärung des Autors setzen. Weil die Arbeit nun gemacht ist. Es gibt auch kein Zurück. Es wird das Erarbeitete in die Druckerei geschickt. Es ist der Zeitpunkt, wo ich los lassen kann. Jede Änderung, jede neue Idee kann nicht mehr gemacht werden. Zu eng der Kalkulationsrahmen. Dann eben beim nächsten Mal …

    Gefällt 2 Personen

    1. Hallo, mein Lieber! Ja, dieser Augenblick des „Es gibt kein Zurück“ hat auch etwas wunderbares. Das perfekte Buch, das gibt es nicht, aber so, wie es veröffentlicht wird, ist das Beste, was wir schaffen können. Und besser wird’s, genau wie Du sagst, erst beim nächsten Mal …
      Ganz herzlichen Dank für die Glückwünsche!

      Gefällt 1 Person

  2. Das freut mich doch mal aufrichtig in doppelter Hinsicht. Einmal wegen der Rückkehr – herzlich willkommen zurück – und zum zweiten wegen des Romans. Wenn ich ganz dolle viel Glück habe, reicht die Zeit bis zum Erscheinen des selben noch, um mir endlich, endlich, endlich mal „Die Tränen der Vögel“ zu organisieren und zu lesen. 😉

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s