Vier Liebster sollt ihr sein!

liebsterawardZum vierten Mal wurde mir der hassgeliebte Wanderpokal des Liebster-Awards überreicht – meinen herzlichsten Dank! Verliehen hat ihn mir Wolfram Nitram, den bestimmt viele als Gastautoren auf Gertrud Trenkelbachs Blog kennen. Sein eigenes Fenster in die Internetwelt öffnete Nitram erst vor ein paar Tagen unter dem Motto „Schreiben, Lesen, Gedanken austauschen“. Insofern bin ich gespannt, wie und wohin sich sein Blog BildTextGedanken entwickeln wird. Gefüllt ist der aber bereits jetzt schon sehr reich und fein: mit älteren Beiträgen, die er bereits eben bei Gertrud Trenkelbach veröffentlichte. Das sind zum einen Auszüge aus seinem im Entstehen begriffenen Fantasyroman „Des Prinzen Stern“, zum anderen Gedichte und Gedanken jeglicher Couleur. Ich wünsche viel Erfolg mit Deinen BildTextGedanken!

Hier also sind Nitrams elf Fragen – und meine Antworten:

1. Möchtest du lieber als Mann oder Frau wiedergeboren werden?? (Falls es die Wiedergeburt gibt)

Das Problem bei der Wiedergeburt ist ja: Falls es sie gibt, können wir uns nicht an unsere vergangenen Inkarnationen erinnern. Das macht den kathartischen Effekt doch recht fragwürdig. Da ich momentan als Mann lebe, würde ich spontan schon aus Neugier die Wiedergeburt im Körper des anderen Geschlechts wählen. Weil ich mich dann aber nicht katze_einbuchwiekingsturmmehr an mein vergangenes Leben als Mann erinnern könnte, wäre die Entscheidung doch wieder obsolet. Insofern doch lieber etwas Stressfreies: Gänseblümchen auf einer Bergwiese oder Katze bei verhätschelnden Frauchen und Herrchen …

2. In der Zukunft oder in der Vergangenheit leben…?

Darauf gibt es nur eine Antwort: In der Gegenwart natürlich (soweit bin ich schon mit dem Philosophiekram)!

3. Wann bist du am kreativsten…?

Wenn ich unnütze drei Pünktchen wie bei dieser Deiner Frage streichen kann 🙂 Aber ohne Flax: Das Be- und Umarbeiten empfinde ich als wunderbar kreativ. So wie ein Bildhauer sein Werk aus dem Stein herausschlägt, so streiche ich aus meinem Manuskript die belastenden Wörter und Sequenzen. Ansonsten ist meine Kreativität zeitlich ungebunden – selbst früh am Morgen geht (zumindest nach drei Tassen Kaffee …).

4. Wo bist du am kreativsten…?

Dazu muss ich die Arbeit an der Tastatur und die Arbeit im Kopf trennen. Die Geschichten entstehen ja zuerst in der Imagination, und das geht am leichtesten bei Spaziergängen in der Natur oder kurz vorm Einschlafen im Bett. Aufschreiben in den Lapptopp hinein – das mache ich am liebsten im Winter an meinem Schreibtisch, im Sommer auf einer weitläufigen Caféterrasse oder … auf Balkonia:

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5. Steigert das Internet deine Lebensqualität…??

Meine definitiv nicht. Lebte ich in einem Land, das Informationen politisch begrenzen würde, dann sicherlich. So aber ist das Internet für mich zwar hilfreich und nützlich (etwa zur Recherche), aber keine Verbesserung meiner Lebensqualität.

6. Bringt das Internet die Menschheit näher zusammen…?

Sicher – darüber lässt sich, glaube ich, nicht streiten. Auch wenn’s eine andere Art von „Nähe“ ist.

7. Ist das Internet für die Literatur ein Fluch oder Segen…?

Da man zu dieser Frage sehr viel sagen könnte und ja bereits noch mehr gesagt wurde, fasse ich mich kurz: Beides. Das Internet ist ein FluSe für die Literatur.

8. Schreibst du Texte auch noch von Hand…?

In meinem Stundenbuch landen literarische Skizzen, Gedichte, Entwürfe, Beschreibungen, Dialoge – und das in handschriftlicher Form. Längere Texte nur am Lapptopp.

9. Wieviel Zeit verbringst du durchschnittlich am Tag im Blog…?

Das Zeitmanagement beim Bloggen ist mir selbst noch ein völliges Rätsel. Meist verbringe ich mehr Stunden mit der Pflege anderer Blogs als mit meinem eigenen – will heißen: mit Lesen, Kommentieren, Antworten, Gefällt-mir-Klicken der Texte von Mitbloggern. Und wenn ich an meinen Romanen schreibe, arbeite ich ja strenggenommen nicht am Blog. Aber dann auch wieder doch: Schließlich landen diese Texte irgendwann/irgendwie auf meiner Webseite. Deshalb meine Gegenfrage: Wie um Himmelswillen macht Ihr das?

10. Hast du schon mal Blogger persönlich kennengelernt…?

Bis jetzt noch nicht, aber ich bin ja auch noch nicht so lange dabei. Das erinnert mich lesung_einbuchwiekingsturmübrigens an eine häufig gestellte Frage bei meinen Lesungen im Kinder- und Jugendbuchbereich. Da fragen die Kiddies gerne: „Haben Sie schon berühmte Schriftsteller kennengelernt?“ Dann frage ich meistens zurück: „Welche denn, zum Beispiel?“ Und darauf folgt in der Regel: „Na, Franz Beckenbauer oder so …“

11. Ist das Blogen an sich eine Kunstform…?

Nicht an sich, nein. Es sei denn, man charakterisiert schon das Schreiben einer Einkaufsliste als Kunst. Kniffliger wird’s etwa bei Blogs, die Bücher rezensieren. Ist Kritik eine Kunstform? Da wird seit Jahrhunderten in den Feuilletons drüber gestritten.

So, das waren sie, die Fragen von Nitram – noch einmal meinen herzlichen Dank! Was neue Fragen und Nominierungen angeht, passe ich für diesmal.

Wer es bis hierhin geschafft hat, der sei herzlich gegrüßt und gedrückt!

Ihr und Euer

Simon Segur.

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12 Gedanken zu “Vier Liebster sollt ihr sein!

  1. Hallo Simon ,
    ich weiss gar nicht was ich sagen soll, ausser natürlich , vielen lieben Dank für die Annahme dieses Awards.
    Deine originellen und ausführlichen Antworten haben mich beeindruckt und lassen mich an einigen stellen schmunzeln.
    Ausdrücklich bedanken, möchte mich auch noch bei Dir für meine, und Gertrud`s Blogvorstellung.
    Dazu fühle ich mich ganz geehrt über die schöne Beschreibung meines Blog,s. und so etwas motiviert ungemein.

    Lieben Gruss ,
    Nitram

    Gefällt 2 Personen

    1. Lieber Nitram, aber gerne doch. Waren schöne Fragen und machte viel Spaß. Und Vorstellung Deines Blogs – das gehört ja zum Liebster dazu (und ist ja auch Sinn der Sache). Also, viel Erfolg dabei und nochmals Danke fürs Nominieren!

      Gefällt 1 Person

  2. Ja, wie verteilt man die Blogzeit? Aber ein Blog ist auch eine Art Kreativitätsbeschleuniger, denn ich zumindest gehe mit offeneren Augen durch die Welt, finde Anlässe zum Bloggen und andere, die eher eine Geschichte ergeben.
    Deine Haltung zum Be- und Überarbeiten teile ich zu 100 Prozent.

    Gefällt 3 Personen

    1. Ist ja – natürlich – auch meine Meinung. Aber halt nicht eindeutig. Und manche Rezension ist nicht mehr als eine Inhaltsangabe. Ich bleibe dabei: Das ist schwierig. Oder ist eine Einsatz-Amazon-Rezi schon an sich Kunst? Ich glaube doch nicht … Bei Deinen liegt der Fall natürlich eindeutig: Kunst!!!

      Gefällt 1 Person

      1. Vielen Dank! 🙂

        Ja, ich gebe zu, da ist die Einteilung schwierig. Aber bei wirklich „ernst gemeinten“ Rezensionen plädiere ich eindeutig dafür, diese als eine Art Kunstform zu sehen, unabhängig davon, dass es sicherlich auch in dem Bereich objektiv gute und schlechte gibt.

        Und zu Rezensionen gehören sicher nicht Inhaltsangaben – denn dann sind sie Inhaltsangaben und keine Rezensionen 😉 – und dazu gehören auch nicht diese Amazon-Geschichten. Meine absoluten Favoriten im Amazon-Bereich sind die „Rezensionen“, die die Formulierung enthalten: „Ich habe das Buch nicht zu Ende gelesen, aber…“! 🙂

        Das wäre ungefähr so, als wäre ich bei der hiesigen Tageszeitung Lokalreporter für den Sport und würde bei einem Spiel der 3. Kreisklasse nach 45 Minuten beim Stand von 0:0 nach Hause gehen und schreiben: „Das Spiel war beschissen!“, ohne zu wissen, dass es vielleicht doch noch 5:3 ausging! 😉

        Gefällt 1 Person

      2. Du hast natürlich recht – aber schwierig bleibt es. Ab wann wird Kochen zu Kunst? Ist eine Fußball-„Kritik“ Kunst? Aber egal. Das Schöne ist ja: Wir Rezipienten merken genau, wann was Kunst ist 🙂

        Gefällt 1 Person

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